HP
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Grundsätzliches
HP steht für High Pressure, also Druckluft (nicht Sauerstoff). In den Flaschen ist ein Druck von 200 Bar (3000 PSI) oder 300 Bar (4500 PSI), der durch einen an die Flasche angeschraubten Regulator (Preset) auf 850 PSI (~60 Bar, entspricht dem Ausgangsdruck einer CO²-Flasche) oder 450 PSI (~30 Bar) heruntergeregelt wird. Die Version mit 450 PSI Ausgangsdruck wird nur seltenen benötigt.Ein Preset hat das gleiche Ausgangsgewinde wie eine CO²-Flasche, mann kann also (ohne den Markierer umzubauen) direkt von CO² auf HP umsteigen.
In den USA werden solche Systeme oft als "Nitrogen-System" angeboten. Diese Bezeichnung rührt nicht daher, dass die Flaschen mit Stickstoff befüllt werden sondern dass Atmenluft zu 80% aus Stickstoff besteht.
Bauarten
Zunächst muss zwischen der Bauweise der Flasche selbst unterschieden werden: Es gibt Flaschen aus Verbundsstoffen (Composite) und Aluminium. Aluminiumflaschen sind schwerer als Composite-Flaschen, allerdings auch unempfindlicher gegenüber Stößen. Eine Composite-Flasche sollte immer durch einen Neoprenüberzug vor Stößen geschützt werden.
Flaschen gibt es in 0.8, 1.1, 1.5 und 2 Liter. Je mehr Luft reinpasst, desto mehr Schuss leistet der Markierer. Zusätzlich gibt es noch die Flaschen noch in der stubby-Bauform, hierbei ist die Flasche eher rund als länglich und dadurch kürzer, und die ultra-lite Bauform, bei der die Flasche etwas dünnwandiger gebaut ist und deshalb nach Ablauf des TÜV (meist 5 Jahre) weggeworfen werden muss.
Als Preset wird eine Druckluftflasche mit angeschraubtem Regulator bezeichnet, die direkt in den ASA geschraubt werden können. Dank eines Pinventils öffnet sich die Luftversorgung automatisch beim Einschrauben.
Dazu abweichend gibt es noch "echte" Luftsysteme die aufwendigere Maßnahmen zur Druckregulierung (zB. Doppelregulator) ergreifen. Einige davon sind frei im Ausgangsdruck einstellbar. Diese Systeme werden unter den Griff geschraubt und führen den Ausgangsdruck per Schlauch zum Markierer.
An jedem Druckluftsystem sind zwei kleine, zylinderförmige Stopfen eingeschraubt. Diese nennt man Burstdisc. Die Burstdisc dient dem zweck das Platzen der Flasche oder das Sprengen des Regulators (darum zwei Stück) bei befüllen mit einem viel zu hohen Druck zu verhindern.
TODO: welche Burstdisc mit welchem aufdruck sitzt wo bei 200/300 bar
Füllen
Jedes Luftsystem hat einen Füllnippel, über den die Flasche befüllt wird. Befüllt wird meist von einer vollen Tauchflasche mittels eines Fülladapters. Der Fülladapter wandelt das Gewinde der Tauchflasche in einen Anschluss, der auf den Füllnippel passt.
Gefüllt wird folgendermaßen:
- Fragen, wieviel Druck in der Taucherflasche ist. Keinesfalls (!) ein 200 Bar Luftsystem an einer 300 Bar Taucherflasche auffüllen.
- Sicherungsring am Fülladapter zurückziehen, damit man den Füllnippel aufschieben kann.
- Kontrollieren, ob die Flasche wirklich fest auf dem Adapter sitzt und die Anschlüsse nicht verkantet sind.
- Die Tauscherflasche langsam aufdrehen. Wenn man zu schnell ist beschädigt man eventuell das Ventil im Füllnippel, wonach dauernd langsam Luft ausströmt.
- Warten, bis das Luftsystem gefüllt ist (Manometer am Luftsystem beobachten)
- Taucherflasche zudrehen
- Fülladapter entlüften, indem man den Knopf drückt
- Sicherungsring zurückschieben, Luftsystem abziehen
ACHTUNG:
- Niemals ein 200 Bar Luftsystem (Aufdruck auf der Flasche: 3000 PSI) mit mehr als 200 Bar befüllen. Und sei es dadurch, dass man ausversehen eine 300 Bar Füllstation erwischt.
- Ein 300 Bar Luftsystem (Aufdruck auf der Flasche: 4500 PSI) kann man gefahrlos an einer 200 Bar Füllstation auffüllen, das Luftsystem ist dann nur zu 2/3 gefüllt.
Bei mehreren Taucherflaschen kann man auf das sogenannte Kaskadenfüllen zurückgreifen. An der ersten Flasche füllt man das leere Luftsystem auf ein Grundniveau. Dann füllt man an der zweiten (dritten, vierten...) Taucherflasche nach. Das hat den Vorteil, dass der Druck in der zweiten Taucherflasche nach vielen Füllungen nicht so schnell abfällt und man über viele Füllungen hinweg einen höheren Druckdurchschnitt im Luftsystem erzielen kann.
Lebensdauer und TÜV
Druckflaschen haben eine begrenzte Lebensdauer. Der TÜV-Aufdruck (bzw. der hierzulande nicht gültige DOT-Aufdruck) garantiert bei einer nicht beschädigten Flasche eine Mindestlebensdauer. Für das TÜV-Siegel wird eine Musterflasche einem erheblich höheren Druck ausgesetzt als vorgesehen ist, um zu prüfen ob die Flasche diesen Extremtest überlebt. Nach Ablauf dieser "Garantie"zeit darf/kann man diese weiterbenutzen oder den sichersten Weg gehen und eine neue Druckflasche kaufen.
Es gibt auch die Möglichkeit die Flasche erneut prüfen zu lassen, allerdings ist dies aufwendig und zieht Kosten für Prüfung und Porto nach sich. Besser einfach eine neue Kaufen.


